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Thomas Florschuetz

Die Frage nach der Wahrnehmung des Betrachters, „der Blick auf den Blick“ (Th.F.), ist das zentrale Thema dieser Arbeit. Anhand des fotografischen Details soll Zeigen, Wahrnehmen und Erkennen behandelt werden.

FLORSCHUETZ begann in den 80er Jahren mit s/w Portraits und Körperdarstellungen, die er zu Gruppen zusammenfasste. Weitere Arbeitstitel sind:„Multiple Entry", „Suburbia“ oder „Plexus“. Er erarbeitet sich traditionelle Sujets der Kunstgeschichte wie: Wolken, Vorhänge, Blumen oder Architektur in Werkgruppen und Serien strukturiert, um das eigentliche Thema der Arbeit zu untersteichen: Der Visuellen Wahrnehmungsprozess. Verbindendes Element und eines seiner Hauptmotive ist das Fragment. Weniger die spezifischen Motive stehen im Zentrum des Interesses, als vielmehr die Spannungsmomente, die sich aus Fokussierung und Nichtfokussierung ergeben. Brechungen des Lichts, Reflektionen und Irritationen, die Modulation der Materialien durch eine differenzierte Lichtführung führen die Fotografie auf ihr Wesen zurück und verführen den Betrachter über die beständigen Blickwechsel zu einer sinnlichen und intelligenten Erfahrung des Sehens.

"Nichts scheint archaischer, rätselhafter und eindrucksvoller als das Vertraute" FLORSCHUETZ bricht das offensichtlich vertraute Motiv mittels Durchleuchtung, Spiegelung, Vergrösserung oder Fragmentierung. Bestehende Sehmuster der Motive werden hierdurch umgelenkt, da äussere Wahrnehmung und reflexive Beobachtung nicht mehr übereinstimmen, sich vermischen. Der Betrachter wird zum Gratwanderer zwischen Formalem und Inhaltlichem Verstehen- auf den fotografischen Tafeln bildet sich plötzlich etwas Ungewisses. Die aufgrund dieser Verlagerungen entstehenden Blickbarrieren eröffnen das „Dahinter“ und das „Dazwischen“. Der Facettenreichtum des Blicks an sich, der immer neu fokussiert und immer andere Tiefen und Durchblicke erreicht, ist die wesentliche und vieles bestimmende Konstante.

„Mir geht es um Transparenz und um das, was dem Sehen oder der Wahrnehmung im Wege steht“ Der Betrachter muss bei FLORSCHUETZ ständig seine Seherfahrung überprüfen; die dadurch eintretende Distanz ermöglicht das Erkennen des konstruierten Bildes und gibt Aufschluss über das Gedächtnis des inneren Auges. FLORSCHUETZ wünscht sich einen Betrachter, der den Prozess des intensiven Sehens schätzt und dem Prozess des raschen und einfachen Konsumierens misstraut.